„Aufgeben ist etwas für Weicheier.“

Bereits in jungen Jahren wusste AL Page, dass er Musiker werden und Songs schreiben möchte. Er war bereit, gegen alle Widrigkeiten und gegen alle Hindernisse, die ihm in den Weg gelegt werden, seine Träume zu verwirklichen und unbändig seinen Weg zu gehen.

Löwenherz, Löwenmut, Löwenstimme

Geboren am 17. November 1975 in Istanbul, zu Hause in zwei Städten: Freiburg und Istanbul. Der Türke mit englischem Künstlernamen spielt insgesamt fünf Instrumente, die er sich selbst beibrachte. Alpaslan, so sein bürgerlicher Name, bedeutet auf Deutsch „mutiger Löwe“. Seinem Namen macht er alle Ehre. Im Studio eine One-Man-Show, im wahrsten Sinne des Wortes. Auf seinen Alben spielt er alle Instrumente selbst ein, nimmt selbst auf, mischt selbst und auch beim Artwork seiner Alben packt er selbst an. Auch all das brachte er sich selbst bei.

Auf der Bühne hingegen lässt er es ordentlich mit seinen Bandkollegen Felix Rehmann (Gitarre) und Moritz Ulrich (Drums) krachen. Rock ist die Hauptzutat seiner Musik. Eine ordentliche Dosis Gitarren und gleichzeitig melodisch muss es sein. Je nach Song kommt eine Prise Punkrock, Metal oder Pop dazu, unterlegt mit energiegeladenem Schlagzeug, teils verspielten Bassläufen und seiner unverkennbaren rauen Stimme. Auf Englisch. Darauf schwört er.

AL Page geht es bei seinen  Konzerten darum, seinem Publikum seine Geschichten zu erzählen, im Wissen, dass unsere Geschichten sich immer wieder gleichen – das macht uns Menschen aus. So gelingt es ihm live, den Menschen eine schöne Zeit mit eigenen Erinnerungen zu bereiten und eine Verbindung zu ihnen zu schaffen.
Auch seine kleinen (und großen) Akustikdarbietungen, die er als Soloact mit seiner Gitarre bestreitet, finden die Herzen seiner Zuhörer.

Sind wir nicht alle ein bisschen unsozial?

Er glaubt von sich selbst, er sei weit weniger sozial und empathisch, als er wirklich ist. Genau das hat ihn dazu bewegt, im Studio vom Stimmen des Instruments bis zum verkaufsfertigen Produkt in kompletter Eigenregie durchzuführen. Anfangs hatte es ganz pragmatische Gründe: Ende der neunziger Jahre war so ziemlich alles unbezahlbar, was man für die Kunst brauchte. Tonstudio, Grafiker (nebst des dazugehörigen leistungsfähigen Computers) und Marketingfachleute. Also baute er sich sein mobiles Tonstudio, lernte den Umgang mit Grafikprogrammen und bildete sich weiter. Nach kurzer Zeit merkte er, dass das alles keine Last für ihn ist. Im Gegenteil, er sah, dass es verdammt viel Spaß macht, wie ein Traum in Erfüllung geht. Er blieb dabei, alles selbst zu machen. Nicht weil er es musste, sondern weil er es wollte.

Vielfältig, facettenreich und musikalisch immer wieder neu

So entstand 1997 sein erstes Album mit dem Titel Welcome to life. Zugegeben, nicht gerade von Erfolg gekrönt, aber es war das erste Mal, dass – zumindest aus seiner Sicht – etwas Großartiges entstand: ein Album, das zunächst nur in seinen Gedanken existierte, an denen von da an jeder teilhaben konnte.

Bis zu seinem nächsten Album Little Rebel sollten noch fünf Jahre vergehen. Die haben sich vollends gelohnt, denn der Sound wurde besser, die Texte wurden teils sensibler und teils rauer. Es wurde ein Album, dem nicht die Attitüde anhängt, ein Newcomeralbum zu sein. Als es im Herbst 2002 erschien, weckte es auch das Interesse der großen Plattenfirmen. Ein ausdrucksstarkes Album, auf dem sich der Song Mainecoon befindet, der Platz 2 in den Hörercharts bei Fritz Radio erreichte. Und auch Straight to you schaffte es in die Top-Ten bei Independent Radiostationen.

In einem Gespräch mit einer Freundin sagte er einst, dass Sui Generis ist ein Album ist, das er sich selbst gewidmet habe. Das war natürlich nicht ernst gemeint, ja, sogar eine glatte Lüge. Selbstverständlich produziert AL Page jedes seiner Alben in erster Linie für DICH und den Rest der Welt. „Von seiner eigenen Art”, wie die Übersetzung des Titels lautet, ist ein Album mit eigenen Texten, das komplett auf Latein gesungen ist. Er hat eine Vorliebe für diese vermeintlich tote Sprache. Damit wollte er beweisen, dass eine Sprache nie wirklich tot ist, wenn sie angewendet wird. So wie Menschen, an die wir denken, für uns niemals ganz gestorben sind.

Mit seinem Album BLUE hat AL Page ein Werk geschaffen, das Welten verbindet. Worldmusic hat er dabei wörtlich genommen und mal wirklich alle seine Grundsätze und Bedingungen über Bord geworfen. Keine strikten Arrangements, keine E-Gitarren, keine rabiaten Drums, nicht ausschließlich auf Englisch und diesmal auch nicht alleine. Dieses Album ist ein Gemeinschaftswerk mit 30 Musikern aus 14 Ländern. Eine Zusammenstellung von 11 Songs in 6 Sprachen, die nach Sommer, Sonne und Meer klingen.

Sprachen als Schlüssel zur Welt – und  die Liebe zum Schreiben

Sein „altmodisches Hobby“, so wie er es selbst bezeichnet – das Briefeschreiben – inspirierte ihn dazu, auch Schriftsteller zu werden. Deshalb sind (fast) all seine Bücher in Briefform verfasst. AL Page liebt „seine“ Sprachen: Englisch hauptsächlich zum Songwriting, Deutsch hauptsächlich für die Literatur und natürlich seine Muttersprache Türkisch.

Mit Türkisch Slang – das andere Türkisch, einem nicht ganz alltäglichen Buch über die türkische Alltagssprache, bringt er seinen Lesern die ganz tief verborgenen Geheimnisse der türkischen Straßensprache näher.

Brief für Selma ist sein erster Roman. Es handelt von einer Liebe, die im Internet beginnt. Ein Chat, der für beide Chatpartner weitreichende und unvorhergesehene Folgen hat. Und durch die im Laufe der Zeit ein Song entsteht. Eine unglaubliche, aber wahre Geschichte.

„In der Fremde Heimat finden.“ Das ist das Thema zu seiner autobiografischen Erzählung Made in Freiburg. Es ist ein außergewöhnlicher Blick auf die schönste Stadt Südbadens, die er mit viel Liebe und Detailreichtum beschreibt. Daneben finden sich auch Geschichten, die ihn persönlich mit Freiburg verbinden.

Innovativ, autodidaktisch – und stets sehr mutig

AL Page war seiner Zeit schon immer voraus. Er publizierte im Eigenverlag seine Bücher, als Print-on-Demand noch nicht existierten bzw. noch in Kinderschuhen steckten. Er war einer der ganz wenigen Künstler, der mit dem mp3-Datenformat experimentierte, während andere (vor allem Plattenfirmen) es als Spielerei für Nerds erklärten und es als nicht zukunftsfähig betrachteten. Aufgeben kommt für ihn niemals in Frage.

Musikalisch betrachtet ist es unbestritten, dass AL Page ein Faible für Latein hat. Und unbestritten ist auch, dass er Songs in Sprachen vortragen kann, die für ihn völlig fremd sind. Seine Muttersprache beim Songwriting ist Englisch. Für die Literatur bevorzugt er Deutsch, und für alles andere Türkisch. Ob in seinen Songs oder Büchern: darin verarbeitet er persönliche Geschichten, die jeder so oder ähnlich erlebt haben könnte. So schafft er es, Brücken zu seinem Publikum zu bauen und somit sein Ziel zu erreichen:  mit den Inhalten seiner Werke, Worte und Emotionen die Seelen der Menschen zu berühren.