Andere Länder, andere Sitten.

Seit etwa vier Wochen nun bin ich in einem für mich neuen Land. Die ersten Eindrücke in Ägypten sind für mich überwältigend. Vor meiner Abreise sagte ein Freund:
„Ägypten ist wie die Türkei, nur etwa 30 Jahre hinterher.“
Nun gut, ganz so ist es nicht, aber ich muss zugeben, dass mir hier vieles nicht fremd ist und tatsächlich aus meiner Kindheit aus Istanbul kenne. Wenn du schon mal in Hurghada, oder allgemein in Ägypten, Urlaub gemacht hast, kennst du all das ja auch. Diese Region, Qesm al-bahr al-ahmar, ist weltweit bekannt als ein Taucherparadies. Davon konnte ich mir selbst beim Schnorcheln ein Bild machen. Hier existiert eine unglaubliche Unterwasserwelt.

So wie in Hurghada Auto gefahren wird, würde jeder TÜV und Straßenverkehrsexperte die Krise bekommen. Man fährt einfach, wie man fährt. Es gibt ganz offiziell eine Straßenverkehrsordnung, nur hält sich niemand daran. Aber: wenn man in Kairo Auto fahren kann, dann kann man das in Hurghada – wahrscheinlich überall auf der Welt – mit Leichtigkeit. Kurioserweise passieren sehr selten Unfälle, weil man trotz des Chaos vorausschauend und rücksichtsvoll fährt. Das können viele nicht verstehen, wie so etwas gehen soll. Das muss man wirklich selbst erleben.

Es gibt zwei Fragen, die man dir hier nie stellen wird: „Wie wird das Wetter morgen?“ und „Habt ihr einen Wäschetrockner?“. Hurghada hat 350 bis 360 Sonnentage im Jahr. Und Wäsche ist hier innerhalb einer Stunde trocken. Die erste (und einzige) Wolke hier habe ich nach drei Wochen gesehen.
Trotz der traurigen Tatsache, dass hier sehr viele herrenlose und streunende Katzen leben, lässt das mein Katzenliebhaberherz höher schlagen. Natürlich könnten die Lebensbedingungen für diese Tierchen besser sein, aber zum Glück gibt es hier auch einige, die sich um die Straßenkatzen kümmern. So haben wir Futter- und Wassernäpfe vor die Türe gestellt, damit sich die Samtpfoten bedienen können.

Die kommenden Monate sind mit der Produktion von BLUE verplant. Ich bin gerade dabei, in der Villa Ilham ein Studio einzurichten, in dem die letzten Schliffe am Album gemacht werden. Bisher steht der Raum noch leer, da noch Möbel fehlen und das Licht noch installiert werden muss. Den Teppich habe ich bereits. Rat mal, in welcher Farbe … genau … in blau :-). Dann wird es auch bald nicht mehr allzu lange dauern, bis erste Töne des Albums zu hören sein werden.

Was noch typisch Ägypten ist: es dauert alles … ja, hier musst du echt viel mehr Geduld als in anderen Ländern haben. Und fünf Minuten in Ägypten sind nicht dieselben fünf Minuten wie in Deutschland oder der Türkei.

Natürlich habe ich auch Heimweh. Freiburg und Istanbul fehlen mir sehr. Die Blaue Brücke, der Bosporus, die Hagia Sophia, der Münstermarkt … ja, all das vermisse ich hier schon. Nun gut, das deutsche Wetter vermisse ich nun wirklich nicht.

Für ein Album, das nach Sommer, Sonne und vor allem Meer klingen soll, passt dieser Ort hervorragend.

2018-08-16T12:22:58+00:00

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